„Mein Büro passt in einen Metallkoffer" — Familienrechtlerin Hannah Schwarz-Kaschke im Interview
Hannah Schwarz-Kaschke führt seit 2003 ihre eigene Kanzlei und ist seit 2013 Fachanwältin für Familienrecht. Über viele Jahre hat sie mit Renostar Classic gearbeitet — inzwischen ist sie vollständig in die Renostar Legal Cloud umgestiegen und arbeitet heute weitgehend mobil: mit Laptop, iPad und Handy-Hotspot, auch vor Gericht.
Wir wollten von ihr wissen, was sie zu diesem Schritt bewogen hat, wie der Umstieg konkret ablief und was sie Kolleginnen und Kollegen rät, die noch zögern. Im Interview erzählt sie offen von ihren anfänglichen Bedenken, dem Moment, in dem sie sich entschieden hat, und davon, wie ihr Büro heute buchstäblich in einen kleinen Metallkoffer passt.
Zur Person und zur Kanzlei
Können Sie sich und Ihre Kanzlei kurz vorstellen — seit wann sind Sie als Rechtsanwältin tätig, und was hat Sie zur Spezialisierung auf Familienrecht geführt?
Ich bin 54 Jahre alt, seit 2003 selbstständig mit meiner Anwaltskanzlei und seit 2013 als Fachanwältin für Familienrecht spezialisiert. Die Spezialisierung kam, weil ich gemerkt habe, dass nur so die Konkurrenzfähigkeit am Markt erhalten bleibt — als Einzelanwältin alle Rechtsgebiete bedienen zu wollen, ist heutzutage einfach nicht mehr leistbar. Das Familienrecht hat mich gereizt, weil es trotz der Spezialisierung eine große Bandbreite bietet.
Wie sieht Ihr Kanzleialltag als Einzelanwältin aus?
Wir haben den Ablauf so strukturiert, dass ich morgens die eingehenden E-Mails und beA-Nachrichten sichte und die Aufgaben verteile. Meine Mitarbeitenden kümmern sich dann um die Abarbeitung und die Mandantenpflege — von Terminwünschen bis zu Rückfragen. Danach aktualisiere ich die Buchhaltung und gehe entweder zu Gericht oder in die Fallbearbeitung.
Der Weg in die Cloud
Sie haben zuvor mit Renostar Classic gearbeitet — was hat den Ausschlag gegeben, den Schritt in die Legal Cloud zu wagen?
Der Bedarf an einer Software, die sich individuell an unsere Bedürfnisse anpassen lässt und dabei einfache Arbeitsschritte ermöglicht, war einfach da. Zudem wollte ich bei Gericht und an anderen Orten unkompliziert arbeiten können. Das war früher nur per VPN-Tunnel außerhalb der Kanzlei möglich — und das erforderte immer eine sehr gute, stabile Internetverbindung. Heute kann ich sogar problemlos über einen Handy-Hotspot arbeiten.
Wie ist der Umstieg von Classic auf die Cloud konkret abgelaufen? Was hat Ihnen dabei geholfen?
Der Umstieg kam, als für mich klar war, dass ich das Programm wirklich gut nutzen kann. Parallel habe ich anfangs noch einen Arbeitsplatz auf dem alten Server mitlaufen lassen — diese Absicherung hat sich aber schnell erledigt. Zum einen hat die Migration der Daten reibungslos geklappt, zum anderen haben wir gemerkt, dass wir das alte System gar nicht mehr brauchen und gut mit dem neuen Programm arbeiten können. Am Ende haben wir einfach gesagt: Jetzt machen wir das.
Gab es Herausforderungen beim Umstieg — technisch, organisatorisch oder mit Blick auf gewohnte Abläufe? Wie haben Sie diese gemeistert?
Natürlich gab es zuerst die Angst: Was kann passieren? Wie lösen wir uns aus jahrelang eingeübten Mustern? Gut war, dass wir schon mit dem alten Programm an die E-Akte gewöhnt waren.
Wir haben einfach so viel Motivation und Hoffnung in die Arbeit mit dem neuen Programm gesetzt, dass wir uns gesagt haben: Wenn nicht jetzt, wann dann. Der Sprung ins kalte Wasser hat sich gelohnt. Im Grunde steht man sich selbst im Weg, wenn man zu viel darüber nachdenkt, was alles passieren könnte.
Gab es anfangs Bedenken, zum Beispiel bezüglich der Datensicherheit? Wie sind Sie damit umgegangen?
Ja, natürlich gab es Unsicherheiten. Wir haben einfach nachgefragt, wie die Absicherung funktioniert — die berühmten „Was passiert dann“-Fragen. Die Antworten und das Verständnis der technischen Abläufe haben uns dann die nötige Sicherheit gegeben.
Der Alltag mit Renostar
Sie hatten erwähnt, dass Sie mit Laptop und Handy von praktisch überall arbeiten können — wie sieht das konkret aus?
Ich habe einen Laptop im Büro und einen kleineren „to go“ — zum Beispiel für das Gericht. Ich überlege außerdem, für Gerichtstermine und Außentermine auf ein iPad mit etwas größerem Bildschirm umzusteigen, mit SIM-Karte für unkomplizierten mobilen Zugriff.
Grundsätzlich arbeite ich mit zwei Bildschirmen, und für unterwegs habe ich noch einen zusätzlichen Bildschirm, den ich ganz unkompliziert per Clip an den Laptop anbringen kann. So habe ich immer den bestmöglichen Arbeitsplatz. Tatsächlich passt mein Büro inzwischen in einen kleinen Metallkoffer — das ist schon cool.
Was hat sich für Sie im Vergleich zu vorher (bzw. zu Renostar Classic) am meisten verändert?
Neben der Mobilität vor allem der Umfang: Die Arbeitsschritte sind intuitiv und deutlich weniger kompliziert als früher.
Gibt es eine Situation aus Ihrem Kanzleialltag, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist, seit Sie mit der Cloud arbeiten?
Ja — ich war einmal so erkältet und fühlte mich so schlecht, dass ich nicht ins Büro gefahren bin. Ich hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen, weil noch eine Frist zu bearbeiten war. Dank der mobilen Lösung konnte ich von zu Hause aus gut weiterarbeiten — zwar nicht viel wegen der Erkältung, aber immerhin das Nötigste.
Sie überlegen ebenfalls,
den Schritt in die Cloud zu wagen?
Vertrauen und Sicherheit
Sie arbeiten auch vor Gericht mit dem Laptop — wie erleben Sie das im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen, die noch klassisch arbeiten?
Die Neugier und das Interesse sind groß, aber der Standardsatz lautet: „Ich habe gerne noch die Akte in der Hand.“ Da merke ich, dass die Angst, Gewohntes aufzugeben, bei vielen groß ist. Ich erzähle dann immer, dass es bei mir genauso war — und dass sich der Sprung über den eigenen Schatten wirklich gelohnt hat.
Rat für Kolleginnen und Kollegen
Was würden Sie Kolleginnen und Kollegen sagen, die noch zögern, den Schritt in eine Cloud-Lösung zu wagen — worauf sollten sie achten?
Das gewählte Programm einfach testen und fragen, fragen, fragen — auch andere Kolleginnen und Kollegen, die schon damit arbeiten. Der Austausch von Erfahrungen schafft Sicherheit. Dumme Fragen gibt es nicht, nur Leute, die andere für ihre Fragen belächeln. Vor allem sollte man sich nicht von denjenigen, die beim technischen Fortschritt immer nur schwarzmalen, in die Angst treiben lassen.
Was würden Sie speziell Anwältinnen und Anwälten raten, die aktuell Renostar für sich in Betracht ziehen? Worauf würden Sie besonders hinweisen?
Dass Renostar neben dem intuitiv bedienbaren Programm auch offen für Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge ist — und dazu einen wirklich guten Support bietet.
Ausblick
Was wünschen Sie sich für die Zukunft — sowohl für Ihre Kanzlei als auch generell für die Digitalisierung in der Rechtsbranche?
Für meine Kanzlei sehe ich jetzt einen guten Weg in die Zukunft, weil wir diesen Schritt gegangen sind und uns dadurch unabhängiger gemacht haben — auch vom Ort der Kanzlei. Die Digitalisierung in der Rechtsbranche ist meiner Meinung nach derzeit auf einem guten Weg. Es wäre schön, wenn sich nicht nur die Jüngeren, sondern auch die Älteren dafür öffnen. Ich würde mir wünschen, dass man alle digitalen Möglichkeiten nutzt und es trotzdem schafft, im persönlichen Austausch zu bleiben.
Zum Schluss noch ein Gedanke von Ihnen?
Ich glaube, einer der ersten Schritte, um Anwältinnen und Anwälte von der Digitalisierung zu überzeugen, ist der einfache Hinweis darauf, dass es künftig immer weniger Büropersonal geben wird — Post sortieren, Termine machen und Ähnliches muss dann anderweitig organisiert werden.
Und wer sich nicht von den Papierakten löst, muss sie als Anwalt kurz vor der Rente wegen der Aufbewahrungsfristen noch in den eigenen Keller schleppen. Das sollte man bedenken, wenn man sagt, man hätte gerne noch etwas in der Hand — was im Übrigen auch ein iPad sein kann.
Hannah Schwarz-Kaschke
Hannah Schwarz-Kaschke ist Fachanwältin für Familienrecht mit eigener Kanzlei in Achim. Mehr über ihre Kanzlei und aktuelle Einblicke finden Sie auf folgenden Plattformen:
Häufige Fragen
Ist die Renostar Legal Cloud auch für Einzelkanzleien geeignet?
Ja — die Legal Cloud ist so gestaltet, dass sie sich an die Größe Ihrer Kanzlei anpasst, von Einzelanwältinnen und -anwälten bis zu größeren Teams. Gerade für Einzelkanzleien lohnt sich der webbasierte Zugriff, da Sie ohne eigene Serverinfrastruktur auskommen und von jedem Ort aus arbeiten können.
Wie läuft der Umstieg von Renostar Classic auf die Cloud konkret ab?
Ihre bestehenden Daten aus Renostar Classic werden in die Legal Cloud übernommen, während Sie weiterhin gewohnt arbeiten können. Den genauen Ablauf stimmen wir im Rahmen einer persönlichen Beratung individuell auf Ihre Kanzlei ab.
Kann ich mit der Legal Cloud wirklich ohne stabile Büro-Internetverbindung arbeiten?
Ja, die Legal Cloud läuft vollständig im Browser und benötigt keine Installation vor Ort. Ein mobiler Internetzugang, etwa über einen Hotspot, genügt für den Zugriff auf Ihre Akten — im Büro, vor Gericht oder unterwegs.
Was passiert mit meinen bestehenden Akten und Daten bei der Migration?
Ihre Akten und Daten werden bei der Migration übernommen und stehen Ihnen anschließend vollständig in der Legal Cloud zur Verfügung. Die Datenhaltung erfolgt DSGVO-konform innerhalb der EU nach BSI-C5-geprüften Standards.
Unterstützt die Legal Cloud die beA-Anbindung?
Ja, die Legal Cloud unterstützt die Anbindung an das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA), sodass Sie den elektronischen Rechtsverkehr direkt aus der Software heraus abwickeln können.