Zwischen Server und Browser: Die Legal Cloud als Alternative
Über Jahrzehnte hinweg haben sich in deutschen Kanzleien etablierte On-Premise-Lösungen wie RA-MICRO, DATEV Anwalt classic, Advoware, AnNoText oder Renostar Classic als Standard durchgesetzt. Sie laufen lokal auf kanzleieigenen Servern, sind über Jahre gewachsen und in vielen Kanzleien tief in den Arbeitsalltag eingebunden.
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Rechtsbranche rückt jedoch eine zweite Option in den Fokus: die Legal Cloud. Statt lokaler Installation läuft die gesamte Kanzleisoftware browserbasiert – zugänglich von jedem Gerät mit Internetverbindung, ohne eigenen Server und ohne manuelle Update-Pflege.
Dieser Artikel zeigt, wie sich Cloud-Lösungen und klassische On-Premise-Software unterscheiden, wo klassische Systeme an ihre Grenzen stoßen können und was Kanzleien beim Umstieg beachten sollten.
Was ist eine Legal Cloud?
Eine Legal Cloud ist eine webbasierte Softwareumgebung für Kanzleien, die zentrale Funktionen – etwa Aktenverwaltung, Dokumentenmanagement, Kommunikation und Mandatsakquise – in einer gemeinsamen, browserbasierten Plattform bündelt. Anders als klassische Kanzleisoftware wird sie nicht lokal installiert, sondern über einen Webbrowser genutzt und vom Anbieter zentral gehostet, gewartet und aktualisiert.
Für Kanzleien bedeutet das: kein eigener Server, keine lokale IT-Infrastruktur für den Betrieb der Software und Zugriff von jedem Arbeitsplatz aus – ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs zum Gericht.
On-Premise vs. Cloud: Die zentralen Unterschiede
Ob On-Premise oder Cloud die passende Lösung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die folgende Übersicht zeigt die zentralen Unterschiede auf einen Blick.
Vergleich On-Premise-Kanzleisoftware und Legal Cloud nach zentralen Kriterien
| Kriterium | On-Premise-Software | Legal Cloud |
|---|---|---|
| Installation | Lokal auf Kanzleiserver | Browserbasiert, keine Installation |
| IT-Infrastruktur | Eigener Server erforderlich | Wird vom Anbieter bereitgestellt |
| Updates | Meist manuell durch IT oder Dienstleister | Automatisch im Hintergrund |
| Kostenmodell | Häufig hohe Anfangsinvestition | Laufende Abo-Kosten |
| Zugriff von unterwegs | Oft nur mit zusätzlicher Remote-Lösung | Von jedem Gerät mit Internetzugang |
| Skalierbarkeit | Anpassung meist mit Aufwand verbunden | Nutzer flexibel hinzubuchbar |
| Wartungsaufwand | Liegt bei der Kanzlei bzw. ihrer IT | Liegt beim Cloud-Anbieter |
Diese Gegenüberstellung zeigt: Es handelt sich nicht um „besser“ oder „schlechter“, sondern um unterschiedliche Betriebsmodelle mit jeweils eigenen Anforderungen an IT-Ressourcen, Budgetplanung und Arbeitsweise der Kanzlei.
Wo klassische Kanzleisoftware an ihre Grenzen stoßen kann
Etablierte On-Premise-Lösungen haben sich über viele Jahre bewährt und decken in vielen Kanzleien zuverlässig den täglichen Bedarf. In bestimmten Situationen zeigen sich jedoch typische Herausforderungen dieses Betriebsmodells:
- Serverabhängigkeit: Der Betrieb setzt eigene Hardware voraus, die angeschafft, gewartet und irgendwann ersetzt werden muss.
- IT-Ressourcen: Updates, Backups und Störungsbehebung erfordern eigenes IT-Know-how oder einen externen Dienstleister.
- Mobiler Zugriff: Der Zugriff von außerhalb der Kanzlei ist oft nur über zusätzliche Remote-Desktop- oder VPN-Lösungen möglich.
- Skalierung: Neue Arbeitsplätze oder zusätzliche Standorte bedeuten in der Regel zusätzlichen Installations- und Konfigurationsaufwand.
Diese Punkte betreffen das Betriebsmodell als solches und lassen sich nicht pauschal einem einzelnen Anbieter zuordnen – sie gelten grundsätzlich für lokal betriebene Software.
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Die Vorteile einer Cloud-Lösung im Kanzleialltag
Eine Legal Cloud setzt an genau diesen Punkten an:
Ortsunabhängiger Zugriff
Da die Software browserbasiert läuft, ist sie von jedem internetfähigen Gerät erreichbar – im Büro, im Homeoffice oder zwischen zwei Gerichtsterminen.
Keine eigene Serverinfrastruktur
Anschaffung, Betrieb und Wartung eines eigenen Servers entfallen, da das Hosting beim Cloud-Anbieter liegt.
Automatische Updates
Neue Funktionen und Sicherheitsupdates werden zentral eingespielt, ohne dass die Kanzlei selbst aktiv werden muss.
Zusammenarbeit im Team
Mehrere Mitarbeitende können gleichzeitig auf dieselben Akten und Dokumente zugreifen, was die Zusammenarbeit zwischen Kanzleistandorten oder im Homeoffice erleichtert.
Planbare Kosten
Statt einer hohen Einmalinvestition fallen laufende, planbare Abo-Kosten an – ein Modell, das insbesondere für kleinere Kanzleien und Neugründungen die Einstiegshürde senken kann.
Datenschutz und Sicherheit in der Legal Cloud
Gerade in einer Branche, die mit hochsensiblen Mandantendaten arbeitet, ist Datenschutz ein zentrales Kriterium bei der Wahl der Kanzleisoftware. Eine Legal Cloud sollte daher DSGVO-konform innerhalb der EU betrieben werden, mit Rechenzentren und Datenverarbeitung innerhalb des europäischen Rechtsraums.
Die Renostar Legal Cloud wird ausschließlich in Rechenzentren innerhalb Deutschlands und Österreichs gehostet, deren Infrastruktur nach dem anerkannten BSI-C5-Standard geprüft ist. Zusätzliche Orientierung bieten die ISO-27001-Zertifizierung sowie die BRAO-Konformität der Lösung.
Der Wechsel zur Cloud: Was Kanzleien wissen sollten
Ein Wechsel von einer etablierten On-Premise-Lösung zu einer Cloud-Software betrifft gewachsene Arbeitsabläufe und bestehende Datenbestände. Ein sorgfältiger Umstieg berücksichtigt daher unter anderem:
- die Migration bestehender Akten- und Mandantendaten,
- die Einarbeitung des Teams in neue Arbeitsabläufe,
- die Übergangsphase, in der beide Systeme möglicherweise parallel laufen.
Wie lange ein solcher Umstieg dauert und welche Schritte im Einzelfall notwendig sind, hängt stark von der bestehenden Systemlandschaft und Kanzleigröße ab – das wird am besten im Rahmen einer persönlichen Beratung gemeinsam mit den betroffenen Kanzleien besprochen und geplant.
Renostar Legal Cloud als Beispiel für eine moderne All-in-One-Lösung
Die Renostar Legal Cloud bündelt vier Anwendungen in einer browserbasierten Plattform:
- Renostar GO – für den mobilen und ortsunabhängigen Zugriff auf Kanzleifunktionen
- Renostar CaseShare – für die gemeinsame Aktenbearbeitung im Team
- Renostar Drive – für zentrales Dokumentenmanagement
- Renostar Leads – für die Mandatsakquise
Das Modell ist als All-Inclusive-Lösung für 99 € pro Nutzer und Monat angelegt, monatlich kündbar, mit einem Rabatt von 10 % bei jährlicher Zahlung. Kanzleien, die bereits mit Renostar Classic arbeiten, sowie Kanzleien, die aktuell andere On-Premise-Lösungen einsetzen, können sich unverbindlich über die Möglichkeiten eines Umstiegs informieren.
Häufige Fragen zur Legal Cloud
Ist eine Legal Cloud sicher genug für sensible Mandantendaten?
Eine seriöse Legal Cloud verarbeitet Daten DSGVO-konform innerhalb der EU und kann durch unabhängige Nachweise wie eine ISO-27001-Zertifizierung zusätzlich abgesichert sein. Kanzleien sollten sich vor der Wahl eines Anbieters über dessen konkrete Datenschutz- und Hosting-Struktur informieren.
Kann ich meine bestehenden Akten aus einer On-Premise-Lösung übernehmen?
In der Regel ja – der genaue Ablauf und Umfang einer Datenmigration hängt vom bisherigen System ab und wird im Rahmen einer individuellen Beratung geklärt.
Ist eine Cloud-Lösung nur für kleine Kanzleien geeignet?
Nein. Cloud-Software skaliert grundsätzlich mit der Kanzleigröße – von Einzelkanzleien bis zu Kanzleien mit mehreren Standorten.
Muss ich meine bisherige Software sofort komplett ersetzen?
Nicht zwingend. Viele Kanzleien planen eine Übergangsphase, in der bestehende und neue Systeme parallel genutzt werden, bis der Umstieg vollständig abgeschlossen ist.